Was braucht es für einen schneereichen Winter – und ist davon schon etwas zu sehen?
Wer auf einen schneereichen Winter hofft, schaut nicht nur auf einen einzelnen Kaltlufteinbruch. Entscheidend ist, dass sich über Wochen hinweg mehrere Faktoren günstig überlagern. Dazu gehören wiederholte Niederschlagslagen, Luftmassen, die für die Jahreszeit deutlich kühl genug sind, und Wetterkonstellationen, die den Alpen regelmässig Feuchtigkeit zuführen – zum Beispiel aus Nordwest- oder Südlagen mit Staueffekten.
Das sind die wichtigsten Zutaten
Damit früh eine tragfähige Basis entsteht, braucht es erstens wiederkehrende Kaltphasen ab Herbst. Zweitens sind kräftige Niederschläge wichtig, damit nicht nur die höchsten Gipfel kurz weiss werden, sondern oberhalb mittlerer Höhenlagen tatsächlich eine erste Schneedecke liegenbleibt. Drittens hilft eine längere Serie von Nächten, in denen der Untergrund auskühlen kann. Wenn Böden und Fels zu warm bleiben, schmilzt ein erster Schneefall rasch wieder weg.
Für einen wirklich schneereichen Winter spielt ausserdem die Häufigkeit der passenden Grosswetterlagen eine Rolle. Mehrere Staulagen, wiederholte Frontdurchgänge und genügend kalte Luftreserven über Mitteleuropa oder Nordeuropa erhöhen die Chance, dass der Schnee nicht nur fällt, sondern sich auch hält.
Was ab jetzt passieren müsste
Ab Ende September und im Oktober wären aus Sicht der Schneefreunde wiederholte Abkühlungen in den Alpen ein gutes Zeichen. Dazu müssten die Schneefallgrenzen bei einzelnen Lagen schrittweise sinken, und es müsste auch im Hochgebirge mehrmals nennenswert schneien. Besonders wertvoll wären Phasen, in denen sich zwischen zwei Niederschlagsereignissen die Luft nicht jedes Mal sofort wieder stark erwärmt.
Und was ist davon bereits vorhanden?
Ein paar erste Bausteine sind da: Die Nächte werden länger, in den Bergen ist die Luft bereits klar kühler als im Hochsommer, und aktuelle Abendwerte von rund 10 Grad in Andermatt und St. Moritz oder etwa 12 Grad in Zermatt zeigen, dass die herbstliche Abkühlung begonnen hat. Auch am Donnerstag steigen die Werte in diesen Regionen nur auf ungefähr 13 bis 16 Grad – also deutlich gedämpfter als im Flachland.
Was noch fehlt, ist das eigentliche Wintermuster. Es gibt derzeit keine stabile längere Kältephase, keine bereits gut aufgebaute frühe Schneedecke über grösseren Höhenstufen und noch keine Serie von Lagen mit dauerhaft tiefer Schneefallgrenze. Darum gilt: Erste Grundlagen sind sichtbar, ein klares Signal für einen schneereichen Winter aber noch nicht. Wer auf viel Schnee hofft, muss die Entwicklung in den nächsten Wochen aufmerksam verfolgen.