Aktuelles 12.08.2026 SchneeToni

Vom späten Schnee zur Rekordhitze – und was das für Herbst und Winter bedeutet

Dieser Sommer wird vielen wegen der grossen Hitze und der langen trockenen Phasen in Erinnerung bleiben. Über Wochen lagen die Temperaturen aussergewöhnlich hoch. Böden trockneten aus, die Belastung für Menschen, Tiere und Pflanzen nahm zu und Hitzetage prägten vielerorts den Sommer.

Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass die Alpen ein völlig anderes Bild zeigten.

Noch bis weit in den Mai hinein gab es immer wieder Schnee. Die Schneefallgrenze sank zeitweise auf rund 1200 bis 1300 Meter, regional auch tiefer. Strassen wurden weiss, Berghänge frisch eingeschneit und manche Landschaft sah für kurze Zeit wieder aus wie im Winter.

Wenige Wochen später folgten grosse Hitze und Trockenheit.

Gerade dieser schnelle Wechsel gehört für mich zu den eindrücklichsten Merkmalen dieses Wetterjahres. Ich verfolge Wetter und Schnee seit vielen Jahren sehr genau. Dabei wird für mich eines immer wichtiger:

Wir müssen lernen, mit dem Wetter umzugehen. Das Wetter wird sich nicht uns anpassen – wir müssen uns den Bedingungen anpassen.

Hitzetage und Tropennächte nehmen zu

Ein Hitzetag ist ein Tag, an dem die Höchsttemperatur mindestens 30 Grad erreicht.

Von einer Tropennacht spricht man, wenn die Temperatur in der Nacht nicht unter 20 Grad sinkt.

Beides tritt heute häufiger auf als früher. Besonders Tropennächte können belastend sein. Gebäude, Strassen und Städte speichern die Wärme des Tages und geben sie während der Nacht nur langsam wieder ab. Bleibt die Abkühlung aus, fehlt die wichtige Erholungsphase.

Hinzu kommt die Trockenheit. Wenn Böden über längere Zeit austrocknen, steht weniger Wasser für Verdunstung zur Verfügung. Die Oberfläche kann sich dadurch stärker erwärmen, während Pflanzen und Landwirtschaft zunehmend unter Stress geraten.

Dieser Sommer hat deutlich gezeigt, wie schnell sich eine solche Situation entwickeln kann.

Noch im Mai sah es in den Alpen teilweise aus wie im Winter

Wichtig zu diesen Bildern:
Die folgenden Schneeaufnahmen sind keine gewöhnlichen Winterbilder. Sie entstanden im Mai in den Glarner Alpen. Der Schnee fiel also lange nach dem meteorologischen Winter.

Genau das gerät nach Wochen mit grosser Sommerhitze schnell in Vergessenheit. Noch im Mai wurden Wiesen, Wälder, Strassen und Berghänge nochmals weiss.

Frischer Schnee in den Glarner Alpen im Mai 2026
Kein Winterbild: Frischer Schnee in den Glarner Alpen im Mai 2026.
Verschneite Landschaft in den Glarner Alpen im Mai 2026
Glarner Alpen im Mai 2026: Noch weit im Frühling sorgten Kaltlufteinbrüche für winterliche Bilder.

Solche Wetterlagen verschwinden nicht einfach, nur weil sich das Klima insgesamt erwärmt. Auch in einer wärmeren Atmosphäre kann kalte Luft weit nach Süden vorstossen und die Schneefallgrenze vorübergehend deutlich absinken lassen.

Und sogar im Hochsommer kann Schnee in den Hochlagen ein Thema sein

Das zeigt auch die Aufnahme vom Stelvio. Sie stammt nicht aus dem Mai und schon gar nicht aus dem Winter, sondern aus dem Juli 2026.

Der Stelvio liegt in grosser Höhe. Schnee oder kurzfristig winterliche Verhältnisse dort im Hochsommer sind deshalb etwas völlig anderes als Schnee in tiefen Lagen. Gerade deshalb ist die zeitliche Einordnung wichtig.

Schnee am Stelvio im Juli 2026
Hochsommer: Der Stelvio im Juli 2026. Das Bild stammt nicht aus dem Winter, sondern aus dem Hochsommer.

Ein heisser Sommer entscheidet nicht über den Winter

Nach einem solchen Sommer stellt sich natürlich die Frage: Was bedeutet diese Hitze für den kommenden Herbst und Winter?

Die wichtigste Antwort lautet zunächst: Ein heisser Sommer bedeutet nicht automatisch einen milden und schneearmen Winter.

Das Wetter im Dezember oder Januar wird nicht dadurch festgelegt, wie heiss der Juli oder August waren.

Entscheidend sind die Wetterlagen, die sich später tatsächlich einstellen. Wo liegen die Hoch- und Tiefdruckgebiete? Woher kommen die Luftmassen? Wie viel Feuchtigkeit wird zu den Alpen geführt? Und trifft diese Feuchtigkeit auf ausreichend kalte Luft?

Erst aus diesem Zusammenspiel entsteht das Wetter, das wir erleben. Deshalb wäre es heute genauso unseriös, einen Jahrhundertwinter anzukündigen, wie bereits einen Winter ohne Schnee auszurufen.

Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen

Ein wichtiger physikalischer Zusammenhang ist die Fähigkeit warmer Luft, mehr Wasserdampf aufzunehmen. Als grobe Faustregel steigt die mögliche Wasserdampfmenge um etwa sechs bis sieben Prozent pro Grad Erwärmung.

Auch die Meere spielen eine Rolle. Über warmen Wasserflächen verdunstet viel Wasser. Feuchte Luftmassen können diese Feuchtigkeit über grosse Distanzen transportieren.

Das bedeutet nicht automatisch mehr Starkregen oder Starkschnee. Dafür braucht es immer die passende Wetterlage. Im Sommer kann eine feuchte und energiereiche Atmosphäre kräftige Gewitter und intensive Niederschläge begünstigen.

Im Winter kommt eine entscheidende Bedingung hinzu:

Ist es kalt genug, damit der Niederschlag als Schnee fällt?

Trifft viel Feuchtigkeit auf ausreichend kalte Luft, können weiterhin sehr grosse Schneemengen entstehen.

Die Alpen machen den Unterschied

Gerade bei uns spielt die Topografie eine entscheidende Rolle. Trifft feuchte Luft auf die Alpen, wird sie zum Aufsteigen gezwungen. Dabei kühlt sie ab, Wolken bilden sich und Niederschläge können verstärkt werden.

Je nach Strömungsrichtung unterscheiden sich die betroffenen Gebiete stark. Bei Nordstau kann beispielsweise die Alpennordseite grosse Niederschlagsmengen erhalten. Das kennen wir auch aus dem Glarnerland.

Andere Wetterlagen treffen wiederum die Westalpen besonders stark. Im vergangenen Winter habe ich solche Situationen selbst dokumentiert. Im Gebiet von Le Tour, Chamonix und rund um den Mont Blanc gab es Phasen mit erheblichen Schneemengen. Auch im Glarnerland kam bei passenden Nordstaulagen einiges zusammen.

Weniger Schnee im langjährigen Mittel bedeutet deshalb nicht, dass kräftige einzelne Schneefälle verschwinden.

Kräftige Schneeverhältnisse in den Alpen
Kräftige Schneefälle bleiben in den Alpen möglich. Entscheidend sind Temperatur, Feuchtigkeit, Strömung und die jeweilige Lage.

Ein milder Winter kann trotzdem kräftige Schneefälle bringen

Ein Winter kann insgesamt zu warm sein und trotzdem einzelne intensive Schneefallereignisse bringen. Im Flachland kann Schnee selten sein, während innerhalb weniger Tage in bestimmten Alpenregionen grosse Mengen zusammenkommen.

Es kann längere milde und trockene Phasen geben – und danach zwei oder drei Tage mit intensivem Schneefall.

Deshalb interessiert mich nicht nur, wie viel Schnee ein gesamter Winter bringt. Mindestens ebenso spannend ist die Frage, wie dieser Schnee fällt.

Verteilt er sich über viele Wochen? Oder folgen auf längere schneearme Abschnitte einzelne sehr intensive Ereignisse? Und vor allem: Wo fällt er?

Im Flachland? In den Voralpen? Erst oberhalb von 1500 Metern? Oder bringt eine ausgeprägte Wetterlage die Schneefallgrenze vorübergehend wieder weit nach unten?

Was könnte der Herbst bringen?

Auch beim Herbst wäre es falsch, heute bereits eine konkrete Entwicklung vorzugeben.

Bleiben Hochdruckgebiete dominant, können Wärme und Trockenheit noch längere Zeit anhalten. Stellt sich die Grosswetterlage dagegen um, kann sich das Bild innerhalb weniger Tage verändern.

Im Herbst sind viele Meeresgebiete noch warm. Werden feuchte Luftmassen vom Atlantik oder aus dem Mittelmeerraum Richtung Alpen geführt, können ergiebige Niederschlagslagen entstehen. Gleichzeitig sinken mit fortschreitender Jahreszeit die Temperaturen.

Und irgendwann kommt dann wieder die Frage, die mich als SchneeToni besonders interessiert:

Wann kommt der erste richtige Schnee wieder weiter herunter?

Auf 2000 Meter? Auf 1500 Meter? Auf 1200 Meter? Oder bei einer ausgeprägten Wetterlage noch tiefer?

Das können wir heute nicht wissen. Genau deshalb lohnt es sich, die Entwicklung Schritt für Schritt zu verfolgen.

Der nächste Winter ist noch offen

Ein schneearmer Winter ist möglich. Ein milder und wechselhafter Winter ebenfalls. Aber auch ein Winter mit einzelnen sehr kräftigen Schneefällen ist nach diesem Sommer keineswegs ausgeschlossen.

Entscheidend wird sein, welche grossräumigen Wetterlagen sich einstellen und wie Temperatur, Feuchtigkeit und Strömung zusammenspielen.

Ein kalter Winter muss übrigens nicht automatisch schneereich sein. Ist die Luft trocken, kann es über längere Zeit kalt bleiben, ohne dass grosse Schneemengen fallen. Umgekehrt kann eine sehr feuchte Wetterlage bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt viel Schnee bringen.

Schnee braucht nicht nur Kälte. Er braucht auch Feuchtigkeit.

Wir müssen lernen, mit dem Wetter zu arbeiten

Für mich ist das die wichtigste Konsequenz aus diesen Entwicklungen.

Wir können das Wetter nicht unseren Bedürfnissen anpassen. Wir müssen lernen, uns dem Wetter anzupassen.

Dazu gehört, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und ihre Bedeutung richtig einzuschätzen. Für einen Landwirt bedeutet dieselbe Wetterlage etwas anderes als für eine Baustelle. Ein Veranstalter stellt andere Fragen als ein Transportunternehmen. Eine Bergbahn benötigt andere Informationen als jemand, der eine Wanderung plant.

Und wenn im Winter kräftiger Schneefall bevorsteht, reicht für einen Winterdienst die Information «Es schneit» nicht aus. Entscheidend ist: Wann beginnt der Schneefall? Wann wird er am stärksten? Wie lange hält er an? Welche Mengen sind möglich? Und wie entwickelt sich die Lage im vorgesehenen Einsatzzeitraum?

Genau hier setze ich mit Alpha Weather an. Es geht nicht darum, möglichst viele Wetterzahlen auf einen Bildschirm zu bringen. Entscheidend ist, das Wetter am konkreten Ort zu verstehen und daraus abzuleiten, was es für den Menschen und seine Tätigkeit bedeutet.

Alpha Weather
Was kann Alpha Weather wirklich?

Vom normalen Ortswetter bis zur professionellen Entscheidungshilfe für Baustellen, Landwirtschaft, Kranarbeiten, Winterdienst, Camping, Veranstaltungen, Verkehr, Outdoor und weitere Einsatzbereiche: Auf der Alpha-Weather-Seite siehst du, wie Wetterinformationen mit Ort, Tätigkeit und Planung verbunden werden.

Denn zwischen zwei Tälern können bei derselben Wetterlage völlig unterschiedliche Bedingungen herrschen. Auf einer Seite der Alpen staut sich die Feuchtigkeit, während es auf der anderen Seite trocken bleibt. In einem Ort regnet es, wenige hundert Höhenmeter weiter oben fällt Schnee.

Wetter ist lokal. Und genau dort muss es verstanden werden.

Jetzt beginnt für SchneeToni die spannendste Zeit

Wir kommen aus einem Sommer mit grosser Hitze und langen trockenen Phasen. Gleichzeitig müssen wir nur wenige Monate zurückblicken, um Bilder von verschneiten Strassen und frisch eingeschneiten Bergen im Mai zu finden.

Nun beginnt langsam der Übergang. Die Tage werden kürzer, die Sonne verliert allmählich an Kraft und irgendwann werden die ersten stärkeren Kaltluftvorstösse folgen.

Wann das passiert und wie ausgeprägt sie sein werden, lässt sich heute nicht seriös sagen. Aber genau diese Entwicklung werde ich in den kommenden Monaten sehr genau beobachten.

Wie lange hält sich die Wärme? Wann ändert sich die Grosswetterlage? Wie entwickelt sich der Herbst? Wann fällt der erste Schnee wieder weiter herunter?

Und schliesslich die Frage, die jedes Jahr aufs Neue spannend wird:

Was für ein Winter folgt?

Vielleicht wird er mild. Vielleicht schneearm. Vielleicht ausgesprochen wechselhaft. Vielleicht erleben wir aber auch wieder einzelne Wetterlagen, die innerhalb kurzer Zeit grosse Schneemengen in die Alpen bringen.

Das wissen wir heute noch nicht. Und genau deshalb werde ich hinschauen – als SchneeToni, draussen in den Bergen und mit Alpha Weather.

Denn das Wetter hält sich nicht an unsere Erwartungen. Entscheidend ist, dass wir lernen, mit dem umzugehen, was tatsächlich kommt.

●   Alpha Weather

Nicht nur wissen, wie das Wetter wird. Wissen, was es für dich bedeutet.

Temperatur, Wind und Niederschlag zeigen viele Wetterdienste. Alpha Weather verbindet die Wetterentwicklung mit deinem Ort, deiner Tätigkeit und deinem Zeitpunkt. So wird aus einer Vorhersage eine praktische Entscheidungshilfe.

1. Kann ich arbeiten?
Die Wetterlage wird im Zusammenhang mit der geplanten Tätigkeit betrachtet.
2. Wann ist das beste Zeitfenster?
Nicht nur Tageswerte, sondern die Entwicklung während des relevanten Zeitraums zählt.
3. Was muss ich beachten?
Die entscheidenden Wetterfaktoren werden verständlich in den jeweiligen Einsatz eingeordnet.

Dasselbe Wetter. Eine völlig andere Bedeutung.

50 km/h Wind sind für einen Spaziergang etwas anderes als für einen Kran. Regen bedeutet für einen Ausflug etwas anderes als für eine Ernte. Und Schneefall stellt einen Winterdienst vor andere Fragen als einen privaten Nutzer.

Profibereiche & Einsatzplanung
Baustelle & Bau
Kran & Hebearbeiten
Agrar & Landwirtschaft
Camping & Zeltplätze
Winterdienst & Schneeräumung
Event & Veranstaltungen
Outdoor & Berge
Verkehr & Transport
Pisten- & Bergbahnbetrieb
Der Unterschied

Alpha Weather soll dir nicht einfach mehr Wetterdaten zeigen – sondern helfen, zum richtigen Zeitpunkt besser zu entscheiden.

Arbeiten, anpassen, ein günstigeres Zeitfenster nutzen oder neu planen: Entscheidend ist nicht eine einzelne Wetterzahl, sondern was die gesamte Wetterentwicklung für den konkreten Einsatz bedeutet.

Entdecke, was Alpha Weather alles kann

Ortswetter, Wetteranalyse, professionelle Einsatzplanung und spezialisierte Wetterbereiche für unterschiedliche Tätigkeiten.

Alpha Weather entdecken →

Alpha Weather unterstützt die wetterbasierte Planung. Bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten bleiben gesetzliche und betriebliche Vorgaben, Behördeninformationen, Herstellergrenzen und die Beurteilung der tatsächlichen Situation vor Ort massgebend.