Schnee Anfang November: Wie sich die Grosswetterlage 2026 von den letzten zehn Jahren unterscheidet
Stand: Montag, 2. November 2026. Die Alpen befinden sich im Übergang zwischen Spätherbst und Winter. Unter Hochdruckeinfluss bei den Britischen Inseln gelangt in Teile Mitteleuropas kühle Luft aus nordöstlichen Richtungen. Gleichzeitig unterscheiden sich Nord- und Südseite der Alpen sowie einzelne Höhenstufen deutlich. Entscheidend ist nicht allein, wie kalt eine Luftmasse ist, sondern ob Niederschlag hinzukommt und wie weit die Schneefallgrenze sinkt.
Praktische Tipps
Neuschnee ist nicht Schneehöhe
Die Begriffe beschreiben zwei verschiedene Vorgänge und dürfen gerade im frühen Winter nicht vertauscht werden.
- NeuschneeDie Summe gefallenen Schnees in einem Zeitraum kann viel grösser sein als die anschliessend gemessene Schneedecke.
- Setzung und SchmelzeWind, milde Luft, Regen und Verdichtung verändern die Höhe der bereits gefallenen Schneedecke.
Nach Angaben des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF brachte die Periode vom 20. bis 25. Oktober in hohen Lagen der Schweizer Alpen regional etwa 50 bis 70 Zentimeter Neuschnee, stellenweise mehr. Diese Zahlen beschreiben den gefallenen Neuschnee innerhalb mehrerer Tage, nicht die Schneehöhe am 2. November. Nachfolgende milde Luft, Regen und Setzung konnten die Schneedecke wieder deutlich reduzieren. Wer die Landschaft heute beurteilt, muss daher aktuelle Schneehöhen statt historische Neuschneesummen vergleichen.
Warum der Vergleich einzelner Schneestationen heikel ist: Die Schneehöhe hängt selbst innerhalb einer Gebirgsgruppe stark von Höhe, Windverfrachtung, Ausrichtung und dem genauen Messzeitpunkt ab. Eine Momentaufnahme an einer Station darf nicht zu einer Aussage für ganz Mitteleuropa verallgemeinert werden. Für eine vergleichende Zehnjahresstatistik wären identische Stationen und derselbe Kalendertag in allen betrachteten Jahren erforderlich.
Wir vergleichen die ersten Novembertage von 2016 bis 2025. Dabei zeigen sich grosse Unterschiede: Mal blieb es bis weit in den Monat hinein mild, mal brachte bereits der Monatswechsel ergiebige Schneefälle. Eine Rangliste der schneereichsten 2.-November-Tage wäre nur mit identischen Stationen und Messzeiten belastbar. Die folgenden Beispiele konzentrieren sich deshalb auf die unterschiedlichen Schneefallereignisse.
Die zehn Vergleichsjahre im Einzelnen: Der Rückblick zeigt, wie unterschiedlich die ersten Novembertage in den Alpen verliefen. Wo ein Schneefall mehrere Tage dauerte, wird der ganze Ereigniszeitraum genannt statt nur der einzelne Stichtag.
2016: Der 1. bis 3. November war in den Bergen noch sonnig und mild; die Nullgradgrenze sank von rund 3000 auf rund 2000 Meter. Ein verbreiteter Wintereinbruch folgte erst vom 5. bis 6. November.
2017: Vom 1. bis 3. November überwogen milde und zum Teil sonnige Verhältnisse. Die Nullgradgrenze lag bei etwa 3000 Metern. Mehrere winterliche Schübe folgten erst im weiteren November.
2018: Der Süden erlebte zum Monatswechsel markanten Schneefall. Allein am 2. November kamen im westlichen Tessin oberhalb von 2000 Metern nochmals rund 20 bis 30 Zentimeter hinzu. Auf der Alpennordseite lag deutlich weniger Schnee.
2019: Vom 1. bis 5. November brachten mehrere Niederschlagsstaffeln in die westlichen und südlichen Hochalpen insgesamt 70 bis über 100 Zentimeter Neuschnee. Diese Ereignissumme darf nicht als Messwert für den einzelnen 2. November gelesen werden.
2020: Anfang November war es in den Bergen sehr mild, sonnig und weitgehend trocken. Erst vom 3. bis 4. November gab es oberhalb von etwa 1500 bis 1800 Metern verbreitet wenige Zentimeter Schnee.
2021: In der Zeit vom 30. Oktober bis 4. November sorgten mehrere Niederschlagsschübe für einen deutlichen Wintereinbruch. Besonders am 1. und am 3. November fiel Schnee; oberhalb von rund 2000 Metern entstand vielerorts eine geschlossene Schneedecke.
2022: Nach einem rekordwarmen Oktober war die Schneelage am 2. November selbst in hohen Lagen noch gering. Erst zwischen dem 3. und 5. November sank die Schneefallgrenze gebietsweise auf rund 1200 bis 1500 Meter.
2023: Bereits am 30. und 31. Oktober fielen im Berninagebiet in Hochlagen 70 bis 100 Zentimeter Neuschnee. Am 2. und 3. November folgte eine weitere intensive Niederschlagsphase mit teils starkem Wind.
2024: Der November begann in den Bergen aussergewöhnlich sonnig und mild. Viel zuvor gefallener Schnee war abgeschmolzen; eine zusammenhängende Schneedecke fand sich vor allem in sehr hohen Lagen.
2025: Am 1. November setzte erneut Niederschlag ein, der sich am 2. November verstärkte. Bis zum 3. November fielen in hohen Lagen des Avers, Bergells und Berninagebiets insgesamt rund 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee.
Welcher Massstab ist sinnvoll? Für die relative Schneehöhe gilt die Klimaperiode 1991 bis 2020 als Referenz. Das ist nicht mit dem Rückblick auf 2016 bis 2025 gleichzusetzen. Wo Anfang November normalerweise kaum Schnee liegt, sind prozentuale Abweichungen wenig aussagekräftig. Für einen verlässlichen Vergleich zählen deshalb der Messort, die Höhenlage, die tatsächliche Schneehöhe und der Verlauf über mehrere Tage.
Für Wintersport und Bergtouren hat der erste Schneeschub Konsequenzen, auch wenn die Schneedecke noch nicht zusammenhängend ist: Er kann Geröll, Steine und Geländestufen teilweise verdecken. Eine frühe, dünne Schneeschicht ist keine verlässliche Unterlage für Skitouren. Ende Oktober gab es situationsbezogene Lawinenbulletins; daraus lässt sich für den 2. November jedoch keine bestimmte aktive Warnstufe ableiten.
Fazit: Die Grosswetterlage am 2. November 2026 ist für einzelne Alpenregionen herbstlich-kühl und in den Hochlagen bereits schneerelevant. Der Oktober brachte beachtliche Neuschneefälle, doch die Schneelage bleibt sehr ungleich verteilt. Gegenüber den belegten Beispielen von 2016 bis 2025 ist 2026 weder pauschal eine Rekordsituation noch eine sichere Vorhersage für den kommenden Winter. Erst die nächsten Niederschlagsphasen und ihre Schneefallgrenzen entscheiden über einen dauerhaften Aufbau der Schneedecke.
Bleib dran mit SchneeToni
Gut zu wissen
Was der langjährige Vergleich wirklich zeigt
Ein Prozentwert zur Schneelage benötigt eine klar definierte Referenz und einen passenden Messzeitpunkt.
- ReferenzzeitraumDie relative Schneehöhe wird zur Klimaperiode 1991 bis 2020 ins Verhältnis gesetzt, nicht nur zu den letzten zehn Jahren.
- Wenig NormschneeBei weniger als zehn Zentimetern mittlerer Schneehöhe wird keine relative Schneehöhe dargestellt.
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