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Aktuelles 14.03.2026 SchneeToni

Heftiger Wintereinbruch in den Alpen: In wenigen Stunden fällt bis zu ein Meter Neuschnee

Wintereinbruch bringt enorme Schneemengen in kurzer Zeit

Ab dem Mittag meldet sich der Winter in den Alpen nochmals eindrücklich zurück. Entlang des Alpenraums setzt zunehmend intensiver Niederschlag ein. Gleichzeitig sinkt die Schneefallgrenze markant, sodass vielerorts nochmals beachtliche Neuschneemengen zusammenkommen.

Auffällig ist vor allem die kurze Dauer dieses Ereignisses. Die intensivste Phase beginnt im Laufe des Nachmittags und dauert nur bis in die Nacht und in den frühen Sonntagmorgen hinein. Bereits am Sonntagvormittag lassen die Niederschläge vielerorts wieder deutlich nach. Innerhalb dieser vergleichsweise kurzen Zeitspanne fällt jedoch aussergewöhnlich viel Niederschlag.

Grosse Schneemengen im März sind in den Alpen grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Dass jedoch innerhalb weniger Stunden so viel Niederschlag zusammenkommt, macht diese Wetterlage besonders eindrücklich.

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Schneefallgrenze sinkt teilweise bis unter 800 Meter

Auf der Alpensüdseite fällt verbreitet Niederschlag. In tieferen Lagen regnet es zunächst meist, während in mittleren und höheren Lagen zunehmend Schneefall einsetzt. Zu Beginn liegt die Schneefallgrenze bei etwa 1500 Meter.

Mit intensiver werdendem Niederschlag sinkt sie jedoch deutlich ab und kann lokal bis gegen 800 Meter zurückgehen. Anschliessend pendelt sie sich vielerorts um etwa 800 – 1000 Meter ein.

Sehr grosse Schneemengen zeichnen sich in den Südalpen ab. Im Bedrettotal, in der oberen Leventina sowie bis ins Maggiatal kann oberhalb von etwa 1300 Meter sehr viel Schnee fallen.

Im Simplongebiet und rund um Domodossola sind ebenfalls markante Neuschneemengen möglich. Oberhalb von etwa 1300 Meter kann sich dort lokal bis gegen einen Meter Neuschnee ansammeln.

Ähnliche Mengen sind südlich der Schweizer Grenze denkbar. Rund um Macugnaga im Piemont auf etwa 1300 Meter Höhe kann bis morgen ebenfalls rund ein Meter Neuschnee fallen.

Solche Schneemengen innerhalb kurzer Zeit lassen die Lawinengefahr deutlich ansteigen. In mehreren Regionen der Alpen kann sich die Situation rasch verschärfen. Vor allem in steilen Hängen und klassischen Staulagen sind spontane Lawinenabgänge möglich.

Stauniederschlag bringt viel Schnee entlang der Alpen

Entlang der Alpennordseite etabliert sich zunehmend kräftiger Stauniederschlag. Besonders entlang der Alpen und Voralpen fällt anhaltender Niederschlag. Mit zunehmender Intensität sinkt die Schneefallgrenze deutlich und kann lokal bis gegen 400 bis 500 Meter absinken.

Lässt die Niederschlagsintensität zwischenzeitlich nach, steigt die Schneefallgrenze wieder leicht an. Häufig bewegt sie sich dann zwischen etwa 500 und 800 Meter.

Selbst in tieferen Lagen kann sich vorübergehend eine Schneedecke bilden. Besonders zwischen etwa 500 und 800 Meter sind lokal 5 bis 30 Zentimeter Neuschnee möglich. Während besonders intensiver Niederschlagsphasen sind sogar in den tiefsten Lagen zeitweise Schneeflocken nicht ausgeschlossen.

Entlang des Alpennordrands können sich markante Schneemengen ansammeln. Oberhalb von etwa 1200 Meter sind in Regionen wie Engelberg, Grindelwald, Adelboden oder Braunwald rund 40 bis 70 Zentimeter Neuschnee möglich. In ausgeprägten Staulagen kann die Schneesumme stellenweise noch höher ausfallen.

Im Glarnerland dürfte es ebenfalls wieder winterlich werden. Von Mitlödi talaufwärts bis nach Linthal kann sich bis morgen eine geschlossene Schneedecke bilden. Im Talboden sind dort 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee möglich, lokal – etwa rund um Linthal – sogar noch etwas mehr.

Elm sowie weitere inneralpine Täler liegen ebenfalls im Einflussbereich dieser Stauniederschläge. Entsprechend kann sich dort erneut eine winterliche Schneedecke bilden.

In Mittelbünden und Nordbünden setzt ebenfalls verbreitet Schneefall ein. Die Mengen bleiben dort jedoch meist etwas geringer als in den klassischen Staulagen der Zentralalpen. In vielen Regionen sind rund 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee möglich.

Im Süden Graubündens fällt ebenfalls Schnee. Je nach Region variieren die Mengen etwas, insgesamt bleiben sie meist unter jenen der niederschlagsreichsten Gebiete der Zentralalpen.

In den Ostalpen fällt ebenfalls Schnee. In Vorarlberg und Teilen Tirols sind oberhalb von etwa 1000 bis 1200 Meter rund 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee möglich. Damit bleiben die Mengen meist etwas geringer als in den zentralen Staulagen der Schweizer Alpen.

Sogar im Schwarzwald kann der Winter nochmals sichtbar werden. Oberhalb von etwa 900 bis 1000 Meter sind dort 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee möglich, lokal bis rund 30 Zentimeter.

Winterliche Verhältnisse auf mehreren Alpenpässen

Entlang der Gotthardachse stellt sich im Laufe des Nachmittags zunehmend winterliches Wetter ein. Sowohl auf der Nordseite rund um Göschenen als auch auf der Südseite bei Airolo kann sich die Gotthardrampe rasch weiss färben. Auf beiden Seiten sind im Verlauf des Nachmittags schneebedeckte Fahrbahnen zu erwarten.

Ähnliche Verhältnisse zeichnen sich auf der San-Bernardino-Route ab. Sowohl auf der Nordseite als auch auf der Südseite kann sich im Laufe des Nachmittags eine geschlossene Schneedecke bilden.

Am Simplon herrschen ebenfalls winterliche Bedingungen. Aufgrund der intensiven Schneefälle muss dort mit schwierigen Strassenverhältnissen gerechnet werden.

Auf mehreren Alpenpässen sind wegen der intensiven Schneefälle kurzfristige Sperrungen möglich. Wer heute unterwegs ist, sollte sich unbedingt vor der Fahrt über die aktuelle Situation informieren.

Ein solcher Wintereinbruch Mitte März ist in den Alpen grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Trotz meteorologischem Frühlingsbeginn treten kräftige Schneefälle in den Bergen zu dieser Jahreszeit immer wieder auf. Auffällig ist diesmal jedoch, wie viel Niederschlag innerhalb kurzer Zeit zusammenkommt.

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