Aktuelles 13.08.2026 SchneeToni

Wenn bei uns Sommer ist: Wo jetzt Winter herrscht – und wo viel Schnee liegt

Während Mitteleuropa Mitte August noch mitten im Sommer steckt, herrscht auf der Südhalbkugel Winter. Doch Winter bedeutet dort längst nicht überall Schnee. Zwischen tief verschneiten Anden, den Skigebieten Neuseelands und Australiens sowie den trockenen Winterlandschaften des südlichen Afrikas liegen klimatisch Welten.

Kurz erklärt: August bedeutet auf der Südhalbkugel Winter

Die Jahreszeiten sind zwischen Nord- und Südhalbkugel entgegengesetzt. Während Juni, Juli und August bei uns zum Sommer gehören, bilden diese Monate südlich des Äquators die klassische Wintersaison. Wie winterlich es tatsächlich wird, hängt jedoch stark von Breitengrad, Höhenlage, Meereseinfluss und Niederschlag ab.

Während bei uns Hochsommer ist, läuft anderswo der Winter

Der August gehört in der Schweiz und in weiten Teilen Europas zu den klassischen Sommermonaten. Auf der anderen Seite der Erde sieht die Situation gleichzeitig vollkommen anders aus. Südlich des Äquators sind die Tage kürzer, die Sonneneinstrahlung ist schwächer und in den gemässigten Breiten herrscht Winter.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Gegensatz in Südamerika, Neuseeland und im Südosten Australiens. Dort gibt es Regionen, in denen während unseres Hochsommers Ski gefahren wird und sich in den Bergen mächtige Schneedecken halten können.

Trotzdem darf man Winter und Schnee nicht gleichsetzen. Auch auf der Südhalbkugel entscheidet erst das Zusammenspiel aus Temperatur, Höhenlage und Feuchtigkeit darüber, ob tatsächlich Schnee fällt und wie lange er liegen bleibt.

Welche Länder haben jetzt wirklich viel Schnee?

Die grössten zusammenhängenden Schneegebiete der Südhalbkugel befinden sich vor allem in den hohen Gebirgen. Besonders wichtig sind dabei die Anden in Chile und Argentinien sowie die Southern Alps in Neuseeland. Australien besitzt ebenfalls eine echte Wintersaison mit Schnee, allerdings nur auf einem vergleichsweise kleinen Teil des riesigen Kontinents.

Chile
Viel Schnee ist vor allem in den Anden möglich. Die grossen Höhenlagen ermöglichen einen ausgeprägten Hochgebirgswinter.

Argentinien
Besonders im Westen entlang der Anden und in Teilen Patagoniens können sich grosse Schneemengen ansammeln.

Neuseeland
Die Southern Alps und die Vulkanberge der Nordinsel sorgen für zahlreiche ausgeprägte Schneegebiete.

Australien
Eine echte Schneesaison gibt es vor allem in den Snowy Mountains und in den Victorian Alps im Südosten.

Südliches Afrika
Schnee fällt regional in den Hochlagen. Die Ereignisse sind jedoch deutlich unregelmässiger als in den grossen Hochgebirgen Südamerikas oder Neuseelands.

Chile: Hochwinter in den Anden

Chile gehört zu den interessantesten Schneeländern der Südhalbkugel. Die Anden ziehen sich über Tausende Kilometer entlang des Landes und erreichen Höhen, in denen Schnee während des südamerikanischen Winters über lange Zeit liegen bleiben kann.

Besonders in Zentral- und Südchile befinden sich bekannte Wintersportregionen. Dazu gehört Nevados de Chillán. Die Kombination aus grosser Höhe, tiefen Wintertemperaturen und feuchten Wetterlagen kann dort für ausgeprägte Schneeverhältnisse sorgen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ganz Chile im August weiss ist. Santiago liegt deutlich tiefer, während der Norden des Landes bis in die extrem trockene Atacama reicht. Der ausgeprägte Schneewinter konzentriert sich deshalb hauptsächlich auf geeignete Höhenlagen der Anden und auf südlichere Regionen.

Argentinien: Auf der anderen Seite der Anden liegt ebenfalls Hochwinter

Westargentinien besitzt einige der eindrücklichsten Winterlandschaften Südamerikas. Direkt östlich der chilenischen Grenze steigen die Anden auf mehrere Tausend Meter an. Dort kann mitten in unserem europäischen Sommer tiefster Gebirgswinter herrschen.

Besonders bekannt ist die Provinz Mendoza. Dort befindet sich mit Las Leñas eines der bekannten hochalpinen Wintersportgebiete Argentiniens.

Die enormen Höhenunterschiede sind entscheidend. Während hoch oben Schnee liegt, können tiefer gelegene Regionen wesentlich milder sein. Auch deshalb lässt sich die Wintersituation eines grossen Landes wie Argentinien niemals mit einer einzigen Temperatur oder Schneehöhe beschreiben.

Australien: Schnee auf einem kleinen Teil eines riesigen Kontinents

Australien verbinden viele Menschen mit Sonne, Hitze, Stränden und trockenem Outback. Trotzdem ist auch dort im August Winter. In den höheren Regionen des Südostens gibt es sogar eine ausgeprägte Schneesaison.

Der australische Schnee konzentriert sich vor allem auf die Snowy Mountains in New South Wales und die Victorian Alps. Dort befinden sich die wichtigsten Skigebiete des Landes.

Gleichzeitig bleiben riesige Teile Australiens schneefrei. Sydney, Perth und insbesondere der tropische Norden erleben einen völlig anderen Winter als die australischen Berge. Im Norden ist der August vielerorts eher durch eine trockenere Jahreszeit als durch klassische Winterkälte geprägt.

Neuseeland: Winter zwischen Ozean, Vulkanen und Hochgebirge

Neuseeland befindet sich Mitte August mitten in seiner Wintersaison. Durch die Lage im Südpazifik und die ausgeprägten Gebirge wechseln die Bedingungen teilweise auf erstaunlich kurzer Distanz.

Auf der Nordinsel liegt Whakapapa am Mount Ruapehu. Die grosse Höhenlage des Vulkans ermöglicht dort trotz des stark maritimen Klimas eine ausgeprägte Wintersaison.

Auf der Südinsel dominieren die Southern Alps. Rund um Queenstown gehört Coronet Peak zu den bekannten Schneegebieten. Weiter nordöstlich befindet sich mit Mount Hutt eine weitere wichtige Winterregion.

Gerade Neuseeland zeigt besonders deutlich, wie stark das Gelände den Winter prägt. In den Niederungen kann die Landschaft grün und vergleichsweise mild wirken, während die Berge gleichzeitig tief verschneit sind.

Lesotho und Südafrika: Schnee mitten im südlichen Afrika

Für viele überraschend ist, dass auch im südlichen Afrika Schnee zum Winter gehören kann. Besonders auffällig ist Lesotho. Das kleine Land liegt vollständig auf grosser Höhe. Weite Gebiete befinden sich über 1500 Metern, die höchsten Berge reichen auf mehr als 3000 Meter.

Dadurch sind Frost und Lageereignis während kräftiger Kaltlufteinbrüche keineswegs ausgeschlossen. Auch die angrenzenden Hochlagen Südafrikas und insbesondere die Drakensberge können im Winter Schnee erhalten.

Anders als in den höchsten Anden ist die Schneedecke dort aber deutlich weniger beständig. Einzelne intensive Ereignisse können Strassen und Bergpässe stark beeinflussen, während die Landschaft zwischen solchen Wetterlagen wieder weitgehend schneefrei sein kann.

Warum sind die Jahreszeiten genau entgegengesetzt?

Der Grund liegt in der Neigung der Erdachse. Die Erde steht auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne nicht vollkommen senkrecht, sondern ist um etwa 23,5 Grad geneigt.

Im August ist die Nordhalbkugel stärker zur Sonne orientiert. Die Sonne steht höher über dem Horizont, die Tage sind länger und mehr Sonnenenergie erreicht die Oberfläche. Deshalb erleben wir Sommer.

Gleichzeitig ist die Südhalbkugel stärker von der Sonne weg geneigt. Die Tage sind kürzer und die Sonne steht tiefer. Dort herrscht Winter. Rund ein halbes Jahr später kehrt sich dieses Verhältnis um: Bei uns ist Winter, während Argentinien, Chile, Australien und Neuseeland Sommer erleben.

Winter ist eine Jahreszeit – Schnee ist das Ergebnis aus Kälte, Feuchtigkeit und Höhenlage. Deshalb kann derselbe August auf der Südhalbkugel gleichzeitig grüne Landschaften, trockene Regionen und tief verschneite Hochgebirge hervorbringen.

Winter bedeutet nicht automatisch Schnee

Genau dieser Punkt ist entscheidend. Die Bezeichnung Winter beschreibt zunächst nur die Jahreszeit. Ob tatsächlich Schnee fällt, hängt von den meteorologischen und geografischen Bedingungen eines Ortes ab.

Kalte Luft allein genügt nicht. Es braucht auch Feuchtigkeit. Umgekehrt kann reichlich Niederschlag fallen, ohne dass daraus Schnee wird, wenn die Lufttemperatur zu hoch liegt. Hinzu kommt die Höhenlage: Mit zunehmender Höhe sinkt die Temperatur meist deutlich.

Deshalb können auf der Südhalbkugel im selben Moment vollkommen unterschiedliche Welten existieren: tropisch milde Regionen, trockene Winterlandschaften, frostige Hochplateaus und tief verschneite Gebirge.

Sommer bei uns – Hochwinter am anderen Ende der Welt

Der 13. August zeigt eindrücklich, wie unterschiedlich unser Planet zur gleichen Zeit aussehen kann. Während in der Schweiz warme Sommertage, grüne Landschaften und Badeseen das Bild bestimmen, läuft Tausende Kilometer weiter südlich die Wintersaison.

In den Anden von Chile und Argentinien, in den Bergen Neuseelands und in Teilen Australiens kann der August echten Schnee und Hochwinter bringen. Selbst im südlichen Afrika sind winterliche Schneeereignisse möglich.

Der Winter ist also nicht verschwunden. Er befindet sich im August einfach auf der anderen Seite der Erde.