Aktuelles 12.08.2026 SchneeToni

Winter 2025/26: Zu wenig Schnee – und dann kam er doch noch

Der Winter 2025/26 war kein Jahrhundertwinter. An vielen Orten lag über lange Zeit zu wenig Schnee. Und trotzdem gab es diese Tage, die hängen bleiben: meterhohe Schneemengen rund um den Mont Blanc im Februar, nochmals richtig schöne Winterbilder Ende März im Glarnerland und Urnerland – und selbst am 12. Mai wurde es in Elm nochmals weiss.

Wenn man nur auf die Schneebilanz schaut, könnte man diesen Winter ziemlich schnell abhaken. Dezember und Januar waren vielerorts trocken, die Schneedecke blieb in vielen Regionen dünn und der richtige Nachschub liess lange auf sich warten.

Also nein: Wir machen aus dem Winter 2025/26 im Nachhinein keinen Rekordwinter.

Aber langweilig war er deshalb noch lange nicht.

Wer die Wetterlagen verfolgt hat und im richtigen Moment am richtigen Ort unterwegs war, konnte einige richtig schöne Wintertage erleben. Genau davon erzählen diese Bilder.

Im Februar wurde es plötzlich richtig winterlich

Im Februar kam endlich Bewegung in die Wetterküche. Vor allem im Westen der Alpen fielen grössere Schneemengen. Rund um das Mont-Blanc-Massiv zeigte der Winter zeitweise, was er doch noch konnte.

Le Tour – 13. Februar 2026

Meterhoher Schnee in Le Tour am 13. Februar 2026
Le Tour am 13. Februar 2026. Rund um den Mont Blanc war der Winter Mitte Februar richtig angekommen.

Am 13. Februar sah es in Le Tour so aus, wie man sich einen richtig schneereichen Februartag in den Westalpen vorstellt.

Der Schnee lag stellenweise meterhoch. Hohe Schneewände, tief eingeschneite Flächen und rundherum diese weisse Bergwelt, die man in diesem Winter längst nicht überall gesehen hat.

Genau das machte den Februar so spannend: Während in manchen Regionen weiterhin Schnee fehlte, konnte es wenige Täler weiter tiefwinterlich aussehen.

Courmayeur – 21. Februar 2026

Viel Schnee in Courmayeur am 21. Februar 2026
Courmayeur am 21. Februar 2026. Im westlichen Aostatal hatte der Februar ordentlich geliefert.

Acht Tage später ging es auf die andere Seite des Mont Blanc nach Courmayeur.

Auch dort war der Winter richtig angekommen. In den höheren Lagen des westlichen Aostatals kamen im Februar beachtliche Schneemengen zusammen.

Die Bilder passen dazu: mächtige Schneemassen, tief verschneite Berge und ein Mont-Blanc-Gebiet, das sich endlich wieder richtig winterlich präsentierte.

Der Winter war insgesamt zu schneearm. Aber dort, wo die Wetterlage passte, konnte es innerhalb weniger Tage richtig viel Schnee geben.

21. Februar: Klösterle und Lech

Winter in Klösterle am 21. Februar 2026
Klösterle am 21. Februar 2026.
Schnee in Lech am 21. Februar 2026
Lech am 21. Februar 2026.

Am gleichen Tag ging es über Klösterle weiter nach Lech.

Auch hier zeigte sich, wie kleinräumig Winterwetter in den Alpen sein kann. Ein anderes Tal, ein paar hundert Höhenmeter mehr, eine andere Lage zum Wind – und die Landschaft sieht plötzlich komplett anders aus.

Genau deshalb ist eine Aussage wie «in den Alpen gibt es Schnee» eigentlich viel zu grob. Entscheidend ist immer, was an einem bestimmten Ort passiert.

San Bernardino im Februar

Schneefall in San Bernardino im Februar 2026
San Bernardino im Februar 2026.

Auch San Bernardino gehört zu diesem Winterrückblick.

Die Südseite des Alpenhauptkamms funktioniert bei Schnee nochmals anders. Nicht jede Wetterlage bringt hier viel, und auch die Schneefallgrenze kann schnell zum entscheidenden Faktor werden.

Wenn Feuchte, Temperatur und Anströmung aber zusammenpassen, kann sich eine Landschaft in kurzer Zeit komplett verändern.

Dann kam der März – zuerst fast schon der Frühling

Anfang März sah es zunächst nicht danach aus, als würde der Winter nochmals richtig zurückkommen. Das erste Monatsdrittel war vielerorts mild und sonnig, die Tage wurden länger und die Sonne hatte bereits deutlich mehr Kraft.

Der Winter schien langsam müde zu werden.

Doch Ende März änderte sich die Wetterlage. Feuchte Luft traf auf die Alpennordseite – und plötzlich war genau das wieder da, was das Glarnerland und Urnerland bei der richtigen Strömung besonders gut können: Nordstau.

Ende März kam der Schnee zurück

Ab dem Abend des 25. März setzte entlang der Alpennordseite nochmals kräftiger Schneefall ein. Besonders betroffen waren die Urner und Glarner Alpen bis weiter Richtung Alpstein.

Regional kamen nochmals grosse Neuschneemengen zusammen. Nichts Historisches, kein Jahrhundertschneefall – aber nach einem Winter, in dem Schnee vielerorts gefehlt hatte, einfach richtig schön.

Braunwald – 28. März 2026

Braunwald mit Neuschnee am 28. März 2026
Braunwald am 28. März 2026. Der Nordstau brachte nochmals eine schöne Portion Winter.

Am 28. März war Braunwald nochmals richtig weiss.

Frischer Schnee auf den Bäumen, weisse Hänge und wieder dieser ruhige Wintercharakter, den man Ende März eigentlich schon langsam verabschiedet hatte.

Bei Nordstau wird feuchte Luft gegen die Berge gedrückt, steigt auf und kann sich gerade in den klassischen Stauregionen kräftig ausschneien. Wenige Kilometer können dabei bereits einen grossen Unterschied machen.

Klöntal – 31. März 2026

Schnee im Klöntal am 31. März 2026
Klöntal am 31. März 2026. Frühling im Kalender, nochmals Winter in der Landschaft.

Am letzten Märztag ging es ins Klöntal. Ende März steht die Sonne längst höher als im Januar, die Tage sind deutlich länger und der Frühling ist überall spürbar.

Und trotzdem war nochmals alles weiss.

Genau dieser Gegensatz macht Märzschnee so schön: Frühlingslicht, längere Tage – und nochmals eine frisch verschneite Landschaft.

Urnerboden – 31. März 2026

Verschneiter Urnerboden am 31. März 2026
Urnerboden am 31. März 2026.

Auch der Urnerboden präsentierte sich am 31. März nochmals richtig winterlich.

Frischer Schnee, weite weisse Flächen und genau diese Landschaft, die bei einer guten Nordstaulage einfach perfekt aussieht.

Nicht aussergewöhnlich. Nicht rekordverdächtig. Aber richtig schön.

Und dann war plötzlich Mai

Eigentlich hätte die Geschichte Ende März fertig sein können. Nochmals Schnee, danach Frühling – das wäre ein ganz normaler Schluss gewesen.

Doch das Wetter hatte noch ein Kapitel übrig.

Mitte Mai strömte nochmals feuchtkalte Luft zu den Alpen. Am 12. Mai sank die Schneefallgrenze an der Alpennordseite nochmals bis in relativ tiefe Lagen.

Elm-Wichlen – 12. Mai 2026

Schnee in Elm-Wichlen am 12. Mai 2026
Elm-Wichlen am 12. Mai 2026. Der Winter meldete sich mitten im Mai nochmals zurück.

Elm am 12. Mai: nochmals frischer Schnee bis weit hinunter.

Auch daraus muss man kein Jahrhundertereignis machen. Schnee im Mai ist in den Alpen nichts Unmögliches. Aber wenn Mitte Mai nochmals eine ganze Landschaft weiss wird, schaut man trotzdem zweimal hin.

Gerade solche Situationen zeigen, wie viel in den Alpen an wenigen Grad und einigen hundert Höhenmetern hängen kann. Unten Regen, etwas höher Schnee – und plötzlich sieht eine Region nochmals komplett winterlich aus.

Elm Dorf

Später Schnee in Elm Dorf im Mai 2026
Auch Elm Dorf bekam nochmals einen späten Gruss vom Winter.

Und irgendwie ist genau das ein schöner Schluss für diesen Winter.

Er verabschiedete sich nicht mit einem grossen Rekord. Er kam einfach nochmals kurz zurück.

Was bleibt vom Winter 2025/26?

Es war kein grosser Schneewinter. An vielen Orten lag zu wenig Schnee und über lange Phasen fehlte die Konstanz.

Aber wenn man nur auf diese Bilanz schaut, verpasst man die eigentliche Geschichte.

Da war der Februar rund um den Mont Blanc. Da waren die Wintertage in Vorarlberg und auf der Alpensüdseite. Ende März kam der Schnee nochmals ins Glarnerland und Urnerland zurück. Und selbst im Mai war der Winter noch nicht ganz verschwunden.

Das war kein Winter der Superlative. Es war ein Winter der richtigen Momente.

Genau deshalb gibt es Alpha Weather

Dieser Winter zeigt ziemlich gut, warum eine einzige Wetterangabe für «die Alpen» nicht reicht.

Ein paar Täler können entscheiden, ob kaum etwas fällt oder ob der Schnee meterhoch liegt. Ein Nordstau kann eine Region voll treffen und eine andere fast auslassen. Und manchmal entscheidet die Schneefallgrenze darüber, ob unten Regen fällt und wenige hundert Meter höher nochmals tiefster Winter herrscht.

Genau dort setzt Alpha Weather an. Nicht irgendwo auf einer grossen Karte, sondern möglichst konkret dort, wo man wirklich unterwegs ist.

Wer beim nächsten Schneefall wissen möchte, was sich am eigenen Ort entwickelt, findet im Alpha Weather Live-Ortswetter die lokale Wetterentwicklung direkt für den gewünschten Ort.

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