Alpental mit grünen Tallagen und deutlich sichtbarer Schneegrenze an den Berghängen
Alpenwetter · Schweiz JETZT 24.09.2026 SchneeToni

Nullgradgrenze, Schneefallgrenze, Schneegrenze: Drei Höhen, die beim Winterwetter ständig verwechselt werden

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Bei einer Winterprognose fallen oft drei Begriffe: Nullgradgrenze, Schneefallgrenze und Schneegrenze. Sie klingen ähnlich, beschreiben aber unterschiedliche Dinge. Wer sie verwechselt, kann eine Schneelage um mehrere hundert Höhenmeter falsch einschätzen.

Die Nullgradgrenze

Die Nullgradgrenze bezeichnet jene Höhe in der freien Atmosphäre, auf der die Lufttemperatur ungefähr 0 °C beträgt. Oberhalb ist die Luft meist kälter, darunter wärmer – sofern keine Inversion vorliegt. Sie ist eine wichtige meteorologische Orientierung, sagt aber noch nicht direkt, bis wohin Schnee fällt.

Die Schneefallgrenze

Die Schneefallgrenze ist die Höhe, bis zu der Niederschlag überwiegend als Schnee fällt beziehungsweise ab der Schnee zumindest vorübergehend am Boden liegen bleibt. Das SLF verwendet sie als Höhenbereich, ab dem Neuschnee auf dem Boden wenigstens zeitweise liegen bleibt.

Warum Schnee oft unter die Nullgradgrenze fällt

Schneeflocken beginnen nicht sofort bei +0,1 °C zu schmelzen. In trockener Luft kann Verdunstung zusätzlich kühlen. Bei starkem Niederschlag wird die Luftsäule durch Schmelz- und Verdunstungsprozesse abgekühlt. Deshalb kann die Schneefallgrenze mehrere hundert Meter unter der Nullgradgrenze liegen.

Die Schneegrenze

Die Schneegrenze beschreibt die sichtbare Untergrenze einer vorhandenen Schneedecke am Gelände. Nach einem Schneefall kann sie zunächst ähnlich wie die Schneefallgrenze liegen. Danach steigt sie aber wieder an, wenn Schnee in tieferen Lagen schmilzt.

Warum ein Tal grün bleiben kann, obwohl es schneit

Warmer Boden, geringe Niederschlagsintensität und Temperaturen knapp über null können verhindern, dass Schnee liegen bleibt. Es kann also bis ins Tal schneien, während sich erst einige hundert Meter höher eine geschlossene Schneedecke bildet.

Warum starke Niederschläge die Grenze drücken

Je intensiver der Niederschlag, desto stärker können Schmelz- und Verdunstungskühlung wirken. Bei kräftigem Stauniederschlag oder intensiven Schauern kann die Schneefallgrenze deshalb zeitweise deutlich absinken.

Die praktische Regel

Für die Frage „Wo wird es weiss?“ reicht die Nullgradgrenze allein nicht. Man braucht mindestens das vertikale Temperaturprofil, Feuchte, Niederschlagsintensität und Bodentemperatur. Genau deshalb kann dieselbe Nullgradgrenze je nach Wetterlage zu völlig unterschiedlichen Schneeverhältnissen führen.