Herbstliche Hochalpen mit schneebedeckten Gipfeln und aufziehenden Wolken als Symbolbild für den 16-Tage-Schneetrend.
Alpenwetter · Schweiz HEUTE 25.09.2026 SchneeToni

Der Winter klopft noch nicht an – aber ab Anfang Oktober tauchen erste Schneesignale auf

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Wer Ende September auf den ersten richtigen Wintereinbruch wartet, muss sich noch gedulden. Die aktuelle Modelllage vom 25. September 2026 zeigt für die kommenden sieben Tage in weiten Teilen der Alpen kein belastbares Signal für einen flächigen Wintereinbruch. Schnee bleibt zunächst ein Thema der höchsten Gipfel und Gletscherregionen.

Bis Anfang Oktober: meist zu mild für verbreiteten Neuschnee

Die kurzfristigen Modellläufe sind erstaunlich einheitlich. Für St. Moritz auf rund 3300 Metern Gipfelhöhe werden bis zum 1. Oktober im gewichteten Konsens aus GFS, ECMWF, ICON und GEM praktisch keine Neuschneemengen gerechnet. Auch im Westen der Schweizer Alpen bleibt der Trend zunächst zurückhaltend. Für Verbier wird in den ersten sieben Tagen ebenfalls kein relevanter Neuschnee signalisiert.

Etwas anders sieht es am Hintertuxer Gletscher aus: Dort taucht aktuell ein sehr kleines Schneesignal von rund einem halben Zentimeter auf. Das ist meteorologisch interessant, aber noch weit entfernt von einem echten Wintereinbruch. Entscheidend ist: Die Atmosphäre ist in den kommenden Tagen zwar zeitweise kühl genug für Schnee in sehr hohen Lagen, gleichzeitig fehlt vielerorts die nötige Kombination aus Kälte und kräftigem Niederschlag.

Das spannendere Fenster liegt zwischen 7. und 10. Oktober

Interessanter wird die Modellwelt in der zweiten Hälfte des 16-Tage-Zeitraums. Für Zermatt zeigt die aktuelle ECMWF-basierte Langfristprognose um den 7. Oktober ein erstes kleines Schneefenster auf rund 2760 Metern. Dort werden derzeit etwa 3 Zentimeter Neuschnee angedeutet. Das ist noch kein belastbarer Ereignisforecast, aber ein Hinweis darauf, dass die Luftmasse zum Ende der ersten Oktoberwoche wieder deutlich kühler werden könnte.

Noch markanter ist das Signal im Osten der Schweizer Alpen: Für St. Moritz taucht im 16-Tage-Konsens am 9. Oktober derzeit ein Neuschneewert von rund 6,5 Zentimetern auf, am 10. Oktober nochmals ein kleiner Rest. Gleichzeitig fallen die berechneten Temperaturen auf Gipfelniveau deutlich unter null Grad. Solche Signale sind in diesem Prognosebereich aber noch sehr unsicher und können sich mit jedem neuen Modelllauf deutlich verändern.

Warum einzelne Schneekarten jetzt noch mit Vorsicht zu lesen sind

Das amerikanische GFS rechnet bis zu 16 Tage im Voraus. Ab Tag 10 sinkt dabei nicht nur die zeitliche Auflösung, sondern auch die Verlässlichkeit einzelner Details. Das ECMWF arbeitet im erweiterten Bereich deshalb stark mit Ensemble- und Wochenwahrscheinlichkeiten. Für SchneeToni ist in diesem Zeitraum weniger entscheidend, ob ein einzelner Lauf an einem bestimmten Ort 5 oder 15 Zentimeter zeigt. Wichtiger ist, ob mehrere Modelle wiederholt dieselbe kühlere Wetterlage berechnen.

Genau das ist im Moment nur ansatzweise der Fall: In einzelnen Regionen taucht für die zweite Oktoberwoche ein kühleres Hochlagenfenster auf, aber noch kein alpenweit stabiles Wintermuster. Die Westalpen reagieren bislang deutlich zurückhaltender als Teile der Zentral- und Ostalpen.

Was bedeutet das für Passstrassen und Wanderer?

Bis Anfang Oktober gibt es nach heutigem Stand keinen Grund, in normalen Passlagen mit einer nachhaltigen Schneedecke zu rechnen. Auf sehr hohen Übergängen und oberhalb von etwa 2500 bis 3000 Metern kann ein kurzer Kaltluftvorstoss dagegen jederzeit für vorübergehenden Schnee sorgen. Wer in dieser Höhe unterwegs ist, sollte deshalb nicht nur auf die Tageshöchsttemperatur im Tal achten, sondern besonders auf Nullgradgrenze, Niederschlagsphase und Wind.

Der spannendste Punkt im aktuellen 16-Tage-Trend ist damit nicht ein bevorstehender Wintereinbruch, sondern die zunehmende Wahrscheinlichkeit, dass ab etwa 7. bis 10. Oktober erstmals wieder mehrere Hochlagen der Alpen gleichzeitig winterlich reagieren könnten. Ob daraus mehr wird, müssen die nächsten Ensembleläufe bestätigen.

Modellstand: 25. September 2026. Der Zeitraum ab etwa Tag 8 ist ausdrücklich als Trend zu verstehen. Punktgenaue Schneemengen und Schneefallgrenzen sind dort noch nicht belastbar.