Erste Schneesignale im 16-Tage-Fenster: Hochalpen im Blick – noch kein Wintereinbruch
Der September ist in den Alpen meteorologisch eine Übergangszeit. Während in den Tälern häufig noch spätsommerliche Temperaturen auftreten, kann oberhalb von 2500 bis 3000 Metern bereits ein einzelner Kaltlufteinbruch reichen, um Regen vorübergehend in Schnee übergehen zu lassen. Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, ob irgendwo in einem 16-Tage-Modell Schnee auftaucht, sondern ob mehrere Modellläufe und Ensembles denselben Trend stützen.
Aktuell liegt die Nullgradgrenze noch hoch
Für den 18. September zeigen aktuelle Prognosedaten im Bereich Breuil-Cervinia eine Nullgradgrenze um etwa 3500 Meter. Gleichzeitig meldet Météo-France für Frankreich zunächst eine wieder ansteigende Temperaturtendenz zum Wochenende. Das spricht klar gegen einen unmittelbar bevorstehenden, breit angelegten Wintereinbruch in den West- und Zentralalpen.
Auch für tiefere Lagen in Mitteleuropa gibt es derzeit keinen seriösen Grund, Schneefall anzukündigen. Solche Aussagen wären Mitte September bei der aktuellen Ausgangslage nicht belastbar.
Warum das hintere 16-Tage-Fenster trotzdem interessant wird
Mit jedem weiteren Septembertag sinkt die durchschnittliche Temperatur in den Alpen. Gleichzeitig kann der Jetstream wieder aktiver werden und Kaltluft aus höheren Breiten weiter nach Süden führen. Kommt zu einem solchen Luftmassenwechsel noch Niederschlag hinzu, kann die Schneefallgrenze innerhalb weniger Stunden stark absinken.
Genau deshalb lohnt sich der Blick auf den Zeitraum gegen Ende September. Dieser Bereich liegt jedoch bereits deutlich ausserhalb der besonders zuverlässigen Kurzfristprognose. Einzelne Hauptläufe können dort grosse Schneemengen simulieren und beim nächsten Lauf wieder vollständig verschwinden. Für SchneeToni ist deshalb erst dann von einem echten Schneesignal die Rede, wenn sich ein Trend in mehreren Läufen und möglichst auch in den Ensemble-Prognosen wiederholt.
Wo erste Schneefälle am ehesten auftreten würden
Falls sich im weiteren Monatsverlauf ein markanter Kaltluftvorstoss einstellt, wären zuerst die höheren Lagen der Alpen betroffen. Dort kann bereits im September vorübergehend Neuschnee fallen, ohne dass daraus gleich ein nachhaltiger Winterbeginn wird. Besonders exponiert sind Hochlagen, Gletscherregionen und Pässe. Für Mittelgebirge, Täler und das Flachland wäre ein solcher Schritt wesentlich grösser und ist derzeit nicht angezeigt.
Auch in den Pyrenäen, den höchsten Teilen des Apennins oder in den Gebirgen des Balkans sind erste frühwinterliche Episoden im späteren September grundsätzlich möglich. Für die kommenden 16 Tage lässt sich daraus derzeit aber keine konkrete, belastbare Schneelage ableiten. Exakte Schneehöhen oder eine bestimmte Schneefallgrenze für das Ende des Prognosezeitraums zu nennen, wäre unseriös.
Was in den nächsten Tagen entscheidend wird
Für ein belastbares Schneesignal müssen drei Dinge zusammenkommen: deutlich sinkende Temperaturen in der Höhe, ausreichender Niederschlag und eine stabile Unterstützung durch mehrere Modellläufe. Erst dann lässt sich abschätzen, ob es nur wenige Zentimeter auf den höchsten Gipfeln gibt oder ob auch Alpenpässe und höher gelegene Orte betroffen sein könnten.
Der Stand vom 18. September ist deshalb klar: noch kein gesicherter Wintereinbruch, aber zunehmende Aufmerksamkeit für die Hochalpen im hinteren Teil des 16-Tage-Fensters. SchneeToni wird besonders auf Veränderungen bei Nullgradgrenze, Schneefallgrenze und Ensemble-Signalen achten. Sobald daraus ein stabiler Trend entsteht, lässt sich das Zeitfenster wesentlich genauer eingrenzen.
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